9 Monate Erziehungsurlaub für Papa

Damit Stephan weiss, was auf ihn drauf zu kommt, habe ich schnell mal ein paar Zeilen getippt.
So ein kleiner Wurm verändert alles. Man muss sich zwar in einigen Bereichen einschränken, aber es lohnt sich…
🙂

Das waren definitiv die intensivsten und spannendsten 9 Monate meines Lebens. In den ersten Wochen musste ich erstmal den Rhythmus finden, aber dann waren Zoé und ich ein eingespieltes Team. Natürlich gab es Hochs und Tiefs, aber wenn ich mir die Fotos anschaue, dann lacht Zoé (fast) immer. Die Zeit mit Papa scheint ihr also ganz gut gefallen zu haben 🙂

Nicht jeder Arbeitsgeber stimmt der Elternzeit zu, umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe.

Wie bereitet man sich darauf vor? Viele Bücher habe ich nicht gelesen. Männer gehen da anders ran als Frauen. Männer sind unkomplizierter. Männer entwickeln ihre eigene Technik beim Windelwechseln, Füttern usw. Und es klappt auch ohne den hundertsten Elternratgeber gelesen zu haben.

Richtig schön wurde die Zeit als Zoé 1/2 Jahr alt war. Endlich konnte ich sie in den Fahrradanhänger packen oder eine Runde im Babyjogger drehen. Besonders Mountainbiken macht Zoé Spaß. Allerdings sollte man nicht mit dem Kind ins Gelände gehen bevor es mind. 6 Monate als ist bzw. die Wirbelsäule kräftig genug entwickelt ist, um keinen Schaden zu nehmen. Ein gut gefederter Anhänger ist Pflicht. Am besten ist der Singletrailer mit soften 30 cm Federweg und nur einem Rad. Damit passt man auch auf den schmalsten Singletrail. Kleine Schleichwerbung am Rande, den Singletrailer kann man bei mir kaufen. Probefahren kann man natürlich auch. 🙂
Der Sport war ein wichtiger Ausgleich, um nicht durchzudrehen, wenn das Kind mal ordentlich schreit und einfach nicht aufhören will. Auch hier entwickelt man seine Beruhigungstechnik. Wiegen, singen und Fläschchen funktionieren aber nicht immer. Nach einer Joggingrunde ist man einfach entspannter. Ich glaube das überträgt sich auch aufs Kind und so hat man einen doppelten positiven Effekt. Nicht zu vergessen, im Babyjogger oder Anhänger kann das Kind wunderbar ein Schläfchen machen.

In den ersten Monaten hat man noch recht viel Zeit für sich, weil Babies super viel schlafen und sich unterm Spielbogen ganz gut selbst beschäftigen. Fängt das Kind an zu krabbeln, ist die entspannte Zeit so langsam vorbei. Kann das Kind erstmal laufen, dann fängt die Action an. Am besten rechtzeitig Schränke und vor allem Steckdosen sichern. Ein paar Schränke und Schubladen sollten man allerdings unbedingt für die Kleinen reservieren, damit sie ihre Neugier befriedigen und sich austoben können.

Es ist erstaunlich wie schnell sich ein Kind vom Krabbelmonster zum Kletteraffen entwickelt. Nichts ist mehr sicher vor den kleinen Fingerchen. Na logisch kommt Zoé ans iPhone ran obwohl es mitten auf dem Küchentisch liegt. Einfach auf den Stuhl klettern und zapp, ist das iPhone weg. Klar weiß Zoé wie man das Teil entsperrt und spielt munter mit ihren Apps…
Viel Zeit für sich selbst bleibt jetzt nicht mehr. Die Nickerchen reduzieren sich auch einen 1-2 Std. Mittagsschlaf. Nicht selten war ich froh, auch mal ein Schläfchen machen zu können. Von morgens bis abends auf so ein Energiebündel aufzupassen, ist ganz schön anstrengend.

Je älter das Kind wird, um so schöner und auch unkomplizierter wird die gemeinsame Zeit. Eine liebevolle Umarmung entschädigt für die zahllosen schlaflosen Nächte in den letzten Monaten. Die Kommunikation wird einfacher. Das Kind kann ja jetzt sprechen. Es sagt einem wenn es Durst hat oder müde ist. Leider bricht auch ab und zu der kleine Dickkopf durch und spricht nichts anderes außer das Lieblingswort „Nein“. Aber auch das ist kein Problem. Dann essen wir halt später…
Was macht man den ganzen Tag mit so einem Wirbelwind? Zum Glück gibt’s wahnsinnig viel tolles Spielzeug für die Kleinen. Bequem im Netzt bestellt oder von Freunden geliehen. Inzwischen steht eine fette Rutsche im Wohnzimmer, eine Bälleburg, etliche Schaukelpferdchen, Bobby Car, Lego Duplo und hunderte Kinderbücher. Babypuppe, Kuscheltiere, Holzspielzeug usw. gehören zum Grundsortiment. Wirklich interessant sind aber Papa’s Geldbeutel, iPhone, Maus, Dinge aus dem Alltag, die unsere kleinen Monster eigentlich nicht in die Mangel nehmen sollen. Tausend mal Nein sagen macht die Dinge nur noch interessanter. Die Lösung? Zoé hat ihr eigenes Portemonnaie, iPhone, Fotoapparat und sogar eine Computermaus. Man mag es nicht glauben, aber das sind die wahren Lieblingsspielzeuge!

Im Winter kommt es schon mal vor, dass man einen Lagerkoller kriegt. Draußen sind’s -15 Grad, zu kalt für lange Schlittentouren. Mit dem Laufrad durch die Küche ist nicht das Gelbe vom Ei. Zum Glück gibt’s noch das warme Aquarium oder das Spaßbad, zwei echte Highlights.

Im Sommer verbringt doch deutlich mehr Zeit im Freien und die kleinen Energiebündel blühen so richtig auf. Auf dem Spielplatz, am Strand, im Streichelzoo oder im Baumhaus, die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Endlich muss man dem wild um sich schlagenden Monster keine 5 Schichten mehr anziehen. Allerdings gehört Sonnencreme auftragen auch nicht zu den einfachen Dingen…

Mit einem Jahr bringe ich Zoé zum ersten mal in die Kita. Ich habe nur Horrorgeschichten über die Eingewöhnungsphase gehört… Entwarnung! Alles halb so schlimm! Klar weint die Prinzessin wenn der Papa sie zum ersten mal allein lässt, aber nach ein paar Wochen weint sie auch, weil sie nicht nach Hause will!!
Kindergarten ist toll! Was die Kleinen hier mit ihren Freunden erleben, das kann Papa zuhause nicht bieten. Aber daheim ist es auch schön. Wenn der Papa die interaktive Gute Nacht Geschichte auf dem iPad vorliest und Zoé im Arm einschläft, das gibt’s nicht in der Kita.
So weh es auch tut, seine Prinzessin in der Kita abzugeben, ich bin auch froh, wieder ein wenig Zeit für mich zu haben, auch wenn ich den Großteil der Zeit arbeiten muss. Um so schöner ist das Wiedersehen und die Zeit bis zum Schlafengehen.

Hätte ich noch ein paar Monate Elternzeit, würde ich noch ein paar Kinder aus der Nachbarschaft einsammeln und selbst einen Kindergarten aufmachen. Dann können sich die kleinen Racker gegenseitig beschäftigen und ich leg mich in die Sonne. haha.
Ich kann jedem nur die Möglichkeit des Erziehungsurlaubs ans Herz legen. Das ist eine tolle Zeit.

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